Montag, 8. Dezember 2008

8. Dezember 2008: Bildli

Bei Catalin gibt es nie Fruehstueck. Er bringt mich in die Strada Lunga, ich laufe zu ICAS. In der Nacht hat es viel geschneit, und es schneit immer noch. Sehr matschig draussen. Als ich ankam, ist Claudiu am Suessigkeiten verteilen, Schokolade und ein Gebaeck, so komme ich doch noch zu einem Fruehstueck. Ich frage Ramon, ob Geo heute kommt. Er sagt Nein… oje, wo soll ich schlafen? Tja, auch dafuer wird sich eine Loesung ergeben. Und die ergibt sich auch, denke ich zumindest, denn Geo kommt bald darauf ins Büro. Nach einer Weile frage ich ihn, ob ich zu ihm kommen kann, worauf er sagt, nein, geht nicht, er habe Besuch... So habe ich dasselbe Problem wieder, und niemand macht Anstalten, ich könnte bei ihm/ihr übernachten. Als mich Catalin in die Strada Lunga gebracht hat, habe ich ihn gefragt, ob ich notfalls nochmals eine Nacht bei ihm verbringen dürfe. Nur liegt seine Wohnung am anderen Ende der Stadt, und hier gibts keine S-, U-Bahnen oder Trams. Busse gibts, bin aber noch nie mit einem in Brasov rum gefahren.
Ich denke entwas nach und komme auf die Idee, dass ich George und Nicole fragen könnte. Das sind Freunde von Catalin, bzw. Exfreunde, irgendwas ist vorgefallen, weiss nicht was und es geht mich auch nichts an. So kommt es, dass mich Geo am Abend zu George bringt. Es gibt ein feines Essen, Kohl mit Rippli. Etwas später kommt noch die Schwester von George, denn eigentlich sollte ich bei ihr schlafen, da George und Nicole nur ein Doppelbett haben. Kommt dann anders, denn die Schwester muss morgens schon um 7 aus dem Haus und wüsste nicht, was sie mit mir machen sollte. So schlafen wir zu dritt auf dem Doppelbett, George in der Mitte, ich an die Wand gequetscht... Awaia, diese Matratze ist vielleicht hart! Da spührt man jede Holzlatte!



Zaehne...



... und Fuesse eines Bibers



Eingefangenes Tier



Biber waegen



Sender fuers Bibermonitoring

P.S.: Diese Fotos hab nicht ich gemacht, bitte nicht klauen!

7. Dezember 2008: Learning

Ach war das schoen, heute morgen auszuschlafen! Ich bin trotzdem noch frueher aufgestanden als Katharina, Hermann und Leo, also ging ich Fruehstueck vorbereiten. Katharina hat dann noch Eier gekocht, mmh. Wobei, sie waren nicht so gut wie die von zu Hause, ich glaube, sie kamen aus der Metro.
Nach dem Fruehstueck hab ich den Leuten in Magura die Zusammenfassung meiner Bachelorarbeit gebracht und danach Pflanzen gelernt bzw. repetiert. Wie viel ich schon vergessen habe!
Zum Mittagessen assen wir den Inhalt der drei Kuehlschraenke auf, was dann sehr viel zum Abwaschen gab. Katharina ging mit Leo Latein und Geschichte lernen, er hat naechste Woche Semesterpruefungen. Hermann musste noch irgendwas arbeiten. Also habe ich abgewaschen. Ich stand etwa 1.5 Stunden vor dem Spuehlbecken, bhuuu! Danach habe ich ein interessantes Buch ueber die Schweiz gefunden. Geschichte, Politik, dann ueber die Entstehung von Bern, Basel etc., Uhrenindustrie und andere Exportgueter. So bin ich wenigstens etwas geruestet, falls mich der Eurolines-Chauffeur wieder etwas ueber die Schweiz fragt ;)
Schliesslich war alles so weit, und wir verpackten alles im Auto. Ich verabschiedete mich von Katharina und Magura (das Dorf). Hermann fuhr ueber die Blocul, wo er den Abfall entsorgte, nach Kronstadt (Brasov) zur Schwarzen Kirche. Dort ladeten wir die Sachen von Leo aus, und ich erfuhr von Catalin, dass ich zum Bahnhof kommen soll. Also brachte mich Hermi dort hin, wo ich 5 Minuten auf Catalin wartete, der mich mit dem Auto abholte. Ihm scheint es endlich etwas besser zu gehen, denn er ist ein Pessimist und sehr Unzufrieden mit sich selbst, und eigentlich auch sehr langweilig… sitzt staendig vor dem Fernseher, auch am Wochenende. Ich kenne ihn von meinem ersten Rumaenienaufenthalt, da waren Lea (Tochter von Katharina) und ich mal im Ausgang, wo ich ihn kennen gelernt habe.
Hermann sagte, er komme am 16. zurueck, sie fahren naemlich nach Aegtpten in die Ferien. Ich soll doch nochmals vorbei kommen. Mal schauen, ob ich Zeit habe, vielleicht geh ich mal noch nach Bukarest zu Cristi, oder nach Cluj zu Csaba. Und so viele Tage habe ich ja gar nicht mehr…

Samstag, 6. Dezember 2008

6. Dezember 2008: Lippen und Zunge gepierced

Ich bin früh aufgestanden, denn ich habe Nuti versprochen, ihr beim Frühstückmachen zu helfen. Vorher wollte ich noch meine Kleider waschen, also hab ich den Wecker auf 6.30 gestellt, aufgestanden bin ich aber erst 20 Mintuen später. Das Bett war ja sooo gemütlich!! Bis ich nach unten kam, wars dann einiges nach sieben, aber es war noch niemand da und so habe ich das Frühstück selbst vorbereitet. Irgendwann kam dann auch Nuti und die Neue, Liliane heisst sie glaub. Der, der eigentlich hätte Frühstück machen müssen, kam natürlich nicht, und auch das Zimmer wurde nicht geputzt, und auch Andrei musste mit Colt Gassi gehen, zssss.
Ich habe mit Hermann Frühstück gegessen, denn der fuhr heute nach Medias, Tische für die Zimmer abholen. Danach habe ich abgewaschen, und dann eigentlich den ganzen Tag nicht mehr viel gemacht. Ich habe mich in der Bibliothek umgeschaut und gedacht, dass ich Greifvögel lernen könnte, denn die kenne ich überhaupt nicht. Und das hab ich dann auch den ganzen Tag gemacht.
Am Abend kam dann Hermi wieder, mit all den Tischen. Wir halfen alle beim Ausladen und verteilen sie in den Zimmern. Danach bereiteten wir das Abendessen vor. Wir müssen bis morgen alles aufessen, da sie morgen in die Ferien fahren. Und damit stellt sich für mich ein kleines Problem: ich habe kein Dach über dem Kopf. Mihaela ist in Italien, Maria in Deutschland, Nuti in Brasov, da irgendjamand im Spital ist, und die Pension ist geschlossen... Geo und seine Familie sind auch nicht da, zu Marius kann ich nicht, da der sein Haus am Bauen ist und nicht einmal ein Zimmer fertig hat. Tja, ich weiss noch nicht, wie ich dieses Problem lösen werde, aber da wird sich schon was ergeben.
Noch was zum Abendessen: es gab geräucherten Käse, wow, einer meiner Lieblingskäse hier in Rumänien!!! Und Ziegenkäse aus Vulcan (Wolkendorf), auch total lecker!! Katharina oder eine ihrer Küchenfrauen hat zudem Ziger gemacht, mmmh, drei so super feine Sachen, ich wusste gar nicht, was ich nun essen sollte. Am Liebsten möchte ich von dem Ziegenkäse und dem geräuchertem Käse nach Hause nehmen, aber ich glaube, das kommt nicht gut, 30Std. Busfahrt ohne Kühlung... kanns ja auch hier geniessen.
Am Abend haben Katharina, Leo und ich noch ein Spiel gespielt. War ganz lustig, bis sich die beiden in die Haare gerieten. Dann haben wir die Abfahrt der Männer und Frauen in den USA geschaut. Das war noch nie so lustig, denn Hermann liess sich total begeistern und wir schätzten, wie viel im Vorsprung bzw. im Rückstand der jeweilige Abfahrer war. Als Deutsche oder Schweizer kamen, wars natürlich noch viel spannender und lustiger.

P.S.: Foto von meinen Pircings folgen...

Freitag, 5. Dezember 2008

5. Dezember 2008: Zurück in Magura!!!

Im Büro funktionierte weder der Drucker noch das Internet, aber wir hatten Strom.
Auf dem Rückweg standen einige Zigeuner an der Ampel und bettelten, einer verkaufte eine Zeitung. Vor ein paar Tagen, als es so kalt war und ich von den vielen Bettlern erzählt habe, waren auch Zigeunerkinder an einer Ampel und wollten Autoscheiben putzen. Sie werden meistens davon gejagt. Die Kinder mochten kaum über die Autotür gucken, sie waren so klein! Ich finds ziemlich schlimm, wie sie hier behandelt werden. Ich finde nämlich, dass man nicht alle in einen Topf werfen kann. Viele Rumänen behaupten, die Zigeuner wollen sowieso nicht arbeiten und klauen nur, tragen zu nichts Sorge und und und. Aber wie, bitte sehr, sollten sie arbeiten?! Kaum sagen sie jemandem, sie seien Zigeuner, werden sie zum Teufel gejagt! Man traut ihnen nicht. Und den meisten sieht mans an, dass sie Zigeuner sind, denn sie sind dunkelhäutiger.
Nun gut, irgendwann ging das Internet und Netzwerk wieder, so dass auch der Drucker funktionierte. Ich hab nochmals einen Fehler in meiner Bachelorarbeit gefunden, weshalb ich ein Blatt neu ausdrucken musste. Mein zukünftiger Chef will nämlich meine Bachelorarbeit lesen, deshalb sollte sie schon fehlerfrei sein. Auch später könnten Arbeitgeber die Arbeit zur Ansicht verlangen. Irgendwann kam Ramon und bat mich, ein Dokument zu scanen. Das funktionierte nicht wirklich, also wartete ich auf Geo. Der hats dann gemacht, und mit offener Hand um Bezahlung gebeten. Ich habe meine Hand geküsst und ihm dann auf die Hand geschlagen. Da mein Auftraggeber Ramon (siehe Foto, er sitzt auf dem Stuhl) war, habe ich ihm gesagt, er müsse mir zweimal die Hand küssen. Er sagte, er küsse keine Hände. Tja, so kam ich ohne Küsschen davon. Ob das gut oder schlecht ist, lasse ich an dieser Stelle offen ;)



Ramon im Büro


So um 13Uhr 30 kam Geo plötzlich rein und sagte, wir gehen nach Hause. Etwas überrascht packte ich meine Sachen. Geo erklärte mir auf dem Heimweg, dass er heute zur Jagd gehe. „Und, ach ja, fast vergessen, dieses Wochenende gehen wir weg“, erwähnte er so nebenbei. Also musste ich mir für die nächsten Tage eine neue Unterkunft suchen. Zu Hause rief er Katharina an und sagte, jemand möchte mit ihr reden, und gab mir das Telefon. Sie war vielleicht überrascht, mich zu hören! Wir verabredeten uns eine halbe Stunde beim McDonald, wo ich ihr noch Raffelos besorgte. In der Schweiz hatte ich keine Zeit mehr, Mitbringsel zu kaufen, wusste aber, dass Hermann diese besonders mag. Auf der Hinfahrt zum McDonald hat mich Geo gefragt, wann denn Helene (meine beste Freundin) endlich kommt. Ich sagte, sie habe kein Geld. Naja, jedenfalls soll ich sie das nächste mal mitbringen. Ob ich ihm denn nicht gut genug sei. Zwei seien besser, meinte er.
Nachdem wir (Katharina, ihr Sohn Leo und ich) einige Kommissionen erledigt hatten, fuhren wir nach Magura. Jetzt verbauen sie zwischen Rasnov und Cristian das ganze Land, total planlos, mitten im Land wird ein Riesengebäude errichtet, welch eine Schande! Wenigstens ist die Strasse von der Schlucht nach Magura besser, da haben sie im Sommer Gräben neben dem Strassenrand ausgehoben, so dass das Wasser einigermassen abfliessen kann. Von der Strasse in der Schlucht selbst will ich gar nicht reden...
Ich habe sie auf dem Heimweg nach den Neuigkeiten gefragt. Crai, der Wolf, der ins neue Gehege gebracht wurde, gehts gut. Im Moment ist er noch alleine, also getrennt zum andern Wolf. Und dann hab ich nach einer zukünftigen Pension in Magura gefragt, die eigentlich soweit errichtet ist, nur einen kleinen Hacken hat sie: sie hat kein Wasser! Und das wird auch sehr schwierig, denn auf dem ganzen Grundstück gibts kein Wasser und auch keine Wasserrechte, und Pumpen ist auch aus irgendeinem Grund nicht möglich. Das war mal wieder eine rumänische Angelegenheit, unglaublich!
Misu, das Pferd, haben sie geschlachtet. Traurig aber war, denn er war ein alter, lieber, fauler, träger Kerl, der nur zwei Gangarten kannte: Langsam oder gar nicht. Asta, der Hund, lebt noch, hat aber Hautkrebs. Eine Küchenfrau ist in Italien, eine in Deutschland, eine, die im Sommer geheiratet hat, bekommt ein Kind. Im Moment ist der Ökotourismusverband in Magura. So sehe ich auch Andrei Blumer und Andreea Irgendwas, eine andere, die für den Verband arbeitet und ich recht gut kenne. Ihre Brille rutschte ständig, als ich ihr das erste mal begegnet bin, und ich hab sie ihr gerichtet. Das blieb uns beiden in Erinnerung. Ihr Mann war auch da, den ich diesen Sommer kennegelernt habe.
Ihr könnt mir nicht glauben, wie ich mich fühlte, als ich hoch nach Magura fuhr. Ich wurde nervös, och, wie schön ists doch da! Und all die Leute und Freund zu sehen, wow, es ist ein unbeschreibliches Gefühl! Auf dem Weg hoch nahmen wir einen mit, der in Magura wohnt, und als wir ankamen, konnte der nicht schnell genug aussteigen. Ich packte meine Sachen und ging ins Haus. Sofort suchte ich Hermann auf, der natürlich von all dem nichts wusste. Der hat vielleicht gestaunt! Und dann war Nuti da, eine wirklich total liebe Küchenfrau. Sie wollte mich sofort mit Süssigkeiten füttern. Kein Wunder werde ich immer so dick in Rumänien! Aber zur Begrüssung, warum nicht, einen Kaffee mit einem Stückchen selbstgemachter Torte!
Leider gehen Katharina und Hermann in der Nacht von Sonntag auf Montag nach Hurgada in die Ferien. So bleibe ich nur wenige Tage hier, denke ich. Nächste Woche geh ich wahrscheinlich wieder zu ICAS, oder ich bleibe hier und koche mir selbst was zusammen und lerne Sachen, die ich schon lange lernen wollte (Pflanzen, Tierspuren, Vögel und andere Tiere, Rumänisch etc.).
Hihi, wisst ihr, was es heute zum Abendessen gibt? Zürchergeschnetzeltes mit Rösti!! Welch ein Zufall!
So, ich hör jetzt auf mit schreiben, sonst liest das nämlich sowieso keiner. Ich bin einfach extrem glücklich, hier zu sein, was wahrscheinlich einige verstehen können, die schon mal hier waren!



Es gab doch keine Rösti, das gabs am Vortag. Den Resten an Geschnetzeltem wurde nur aufgetischt, was aber trotzdem lecker war. Und dann irgendwelche Schnitzel mit Kapern, mmmh! Ich hab mal wieder zu viel gegessen.
Nach dem Essen haben wir Max bzw. Andrei gespielt, da Andrei der Ökotourismusdirektor ist und der mitmachte. War ziemlich lustig, v.a. weils immer denselben erwischte. Das Lustigste am ganzen Spiel war eigentlich der Prozess des Erklärens, denn einige verstanden besser rumänisch, andere besser englisch. Und nachdem Hermann alles erklärt hatte, hab ich gesagt, dass ich das anders kenne und es so viel lustiger ist, wie wir das spielen. Er ist mir fast an die Gurgel gesprungen und hat gesagt, ich müsse auf dem Balkon schlafen, wenn ich noch einen Ton von mir gebe. Wir bekamen fast Bauchweh vor lachen. Wir einigten uns, dass der Verlierer morgen das Frühstück machen muss, der zweitschlechteste das Zimmer putzen, und der drittschelchteste mit Andreis Hund (ein mega lieber Hund!) morgens um 8 spazieren gehen muss. Ich musste nichts machen.
Da war noch etwas anderes total lustiges. Einer, den ich mal in Magura kennen gelernt habe, und letzten Sommer in Sibiu zufälligerweise wieder getroffen habe, als Adi und ich Touristen abholten, war auch da. Wir sind uns recht sympathisch und ich habe mir kein Blatt vor den Mund genommen. Er musste am Abend wieder nach Sibiu fahren, also machte er sich irgendwann auf die Socken. Mir hat er zum Tschüss sagen die Haare zerzaust. Dann hat er allen anderen Tschüss gesagt, und am Schluss hab ich zu ihm gesagt, dass ich mich so, wie er sich von mir Verabschiedet hat, von Hunden verabschiede: in denen ich ihnen mit der Hand über den Kopf fahre. Das hat er dann zurück genommen. Anstelle davon hat er meine Schultern gepackt und es sah ganz so aus, als wenn er mir gleich einen Kuss geben wollte. Ich flüchtete, aber alle meinten, das habe ich nun von meinem frechen Maul. Bis als letztes habe ich dann zwei Küsschen bekommen. Ich sagte, ich will drei, schliesslich sei ich Schweizerin. So habe ich vier bekommen, eines extra. Hermann hat fast Vögel bekommen, er staunt immer wieder, wie frech ich bin.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

4. Dezember 2008: Haare gefärbt

Nach 12.5 Stunden Buero plus je 1 Stunde Weg hin bzw. nach Hause kamen wir gestern recht KO in Secele an. Marci und Andreea haben mit Essen gewartet, so lieb! Es gab wie immer ein Suppe, dann Tocana, das ist was ganz leckeres. Ich muss zwar sagen, dass mir die Tocana bei Katharina und Hermann besser schmeckt, aber schlecht wars nicht. Tocana ist Fleischstuecke und gewuerfelte Kartoffeln, manchmal noch mit Ruebli (Karotten fuer die Deutschen, die meinen Blog lesen ;) ), und das in einer feinen Sosse. Da es im Buero noch Huehnchen (Poulet fuer die Schweizer-Leserschaft) gegeben hat, war mein Hungere dann nicht mehr so gross.
Andreea musste fuer eine Mathpruefung lernen, weshalb wir nicht mehr viel unternommen haben. Ich war auch ziemlich muede. Huete Morgen bin ich normal aufgestanden, Geo hat etwas laenger gepennt und so habe ich noch etwas gelesen. Auf dem Hinweg hat mir Geo von der Diktatorenzeit erzaehlt, wie er dies empfunden hat. Ein Wunder, dass er noch da ist, er war ein ziemlicher Rebell. Aber sein Vater war Direktor einer Schule, und das hat ihm einige Male die Haut geretet. Nach der Wende 1989 haben die ehemaligen Chefs grosser Konzerne ihre eigenen Geschaefter eroeffnet und die Installationen von ihren ehemaligen Konzernen *aufgekauft*. Viele Felder, die waehrend der Ceausescu-Zeit bewirtschaftet und gepflegt wurden, wurden aufgegeben und liegen heute brach. Ich meinte, das koennte sich bald wieder aendern, wenn man bedenkt, dass die Lebensmittel immer knapper werden. Er sieht das nicht so.

Im Buero durfte ich nochmals meine Bachelorarbeit ausdrucken, denn ich moechte ein Exemplar Katharina geben. Auch mein Chef in Bern hat danach gefragt. So ist s gut, wenn ich ein Exemplar auch fuer mich habe. Seither habe ich Wohnungen gesucht im Internet… Hat viele, recht guenstige. Zudem bin ich Tee am trinken wie bloed, Tee mit feinem Honig. Mein Hals kratzt mich seit einigen Tagen, wahrscheinlich liegts am Rauch, obwohl, wie schon mal gesagt, um einiges weniger geraucht wird als frueher. Der Tee hilft, und das ist die Hauptsache. Das Wasser in Brasov ist sehr sehr scheusslich, iii, hat viele Flocken drin. Ich hoffe und glaube jetzt einfach, dass es nur Kalk ist... Ohne Kraeuter waehre das Wasser nicht trinkbar, finde ich. Wenigstens ists in Secele gut, ich nehme immer viele Flaschen mit Wasser mit.

Wir kamen heute recht früh vom Büro zurück. Ich habe sehr viel rumänisch gelernt, habe mir im Januar und Febraur, als ich in Rumänien war, Kärtchen gemacht. Irgendwann wurde ich müde und hab dann noch ein Kapitel gelesen und wollte schlafen gehen. In diesem Moment kam Andreea nach Hause und fragte, ob wir Haare färben. Das haben wir schliesslich gemacht. Ich wollte eigentlich nur Stränchen, wie letztes mal (2005, hat mir dazumal Lea (Tochter von Katharina, die meine Chefin während des Praktikums war)). Das sah gut aus, hat aber beim machen sehr weh getan. Lea hat mir Frischhaltefolie um den Kopf gewickelt (deshalb seh ich immer so frisch aus, hihi) und mit einer Häckelnadel Stränchen aus der Kappe gezogen, autsch. Andreea hats einfacher gemacht. Sie nahm einige Stränen, die ich etwas dick fand, und hat die mit der Farbe eingerieben, und oben auf dem Kopf festgeklebt. Andreea meinte, es sieht schön aus, ich finde, es ist etwas stark blond, v.a. dort, wo die Haare festgeklebt wurden. Ihr könnt euch ja selbst ein Bild davon machen :)
Nach dem Färben muss man die Haare waschen. Während dem föhnen ist der Strom etwa drei oder vier mal ausgefallen, denn es hat kurz nachdem wir vom Büro nach Hause gekommen sind, mit Stürmen angefangen. Schon auf dem Nachhauseweg hat es stark gewindet, wenn ich in Understock gewesen wäre, hätte ich gesagt, es sei Föhn. Es war auch total warm. Geo sagte mir, in Bulgarien sei es 19 Grad gewesen! Und das im Dezember, das wars noch nie!


Mittwoch, 3. Dezember 2008

3. Dezember 2008: Langer Arbeitstag

"Bärenhalsband" mit GPS
Ich bin brav um 7 aufgestanden, Geo hat sich aber verschlafen. Ist ja nicht so schlimm, spielt ja keine Rolle, ob er nun um 9 oder um 10 im Buero ist. Auf dem Weg ins Buero ruft ihn jemand an, er muesse einen Hund betaeuben gehen, der einen Nagel im Fuss hat. Und einen Rothirsch, der den Besitzer wechseln soll. Beides soll er sofort machen. Also fahren wir rasch ins Buero, er bereitet die Sachen vor, holt das Gewehr und macht sich auf den Weg nach Codlea. Ich wuerde gerne mitgehen, doch habe ich gesehen, dass Negus noch einen Kommentar zur Bachelor-Korrektur schreiben muss. Ich versuche, rasch etwas aufzusetzen, aber das ging leider nicht schnell genug. Also ging Geo ohne mich nach Codlea, waehrend ich Neguss Aufgabe am Rande der Illegalitaet uebernahm ;). Negus kam dann wieder erst so gegen 12, las meinen Text durch und unterschrieb. Ich versandte das Mail von Geos ICAS-Server aus, und machte mich auf die Suche nach einer Unterkunft fuer Ramon, einer, der bei ICAS arbeitet und ueber Silvester in die Schweiz fahren moechte.
Marius im Büro

Im Moment quaelt mich der Hunger, denn ich hab zum Fruehstueck ein Ei und eine Scheibe Weissbrot gegessen, und jetzt ist dann bald 2 Uhr…
Ich will euch noch was ergaenzendes erzaehlen, was ich ueber die Stadt Secele erfahren habe. Secele ist umgeben von einigen Huegeln, die frueher stark abgeweidet wurden, was zu Erosion fuehrte. Oesterreich hat daraufhin Baeume gesponsert, und die Huegel wurden sehr gut aufgeforstet, ein schoener Mischwald ist entstanden. Duerft mal dreimal raten, was die Schlaumeier jetzt machen. Sie roden die Waelder, um dort Haeuser zu bauen!!
Heute Nachmittag wars recht langweilig, der Hunger verflog, obwohl ich nichts gegessen habe. Ich ging irgendwann in die Stadt, denn ich mochte nicht nur rumsurfen und nichts tun, dafuer ist mir die Zeit hier zu schade. Ich werde heute Abend mal mit Geo reden, sagen, dass ich gerne was tun moechte. Wenn er nichts hat, sehe ich keinen Sinn, noch laenger da zu bleiben. Dann werde ich zu Katharina gehen, spaeter vielleicht noch Richtung Moldavien, dort solls ja auch schoen sein. Oder ich geh zum Oekotourismusverein.
In der Stadt hab ich mir feine Nussfornettis gekauft. Dann ging ich noch in kleine Laeden mit Schnickschnack, wo man Sachen fuer einen Lei, also 50 Rappen kaufen kann. Ich hab mir auch was gekauft, aber das verrate ich noch nicht ;) Dann begann es zu nieseln und ich hatte meinen Regenschirm nicht mit, also musste ich wieder zurueck ins Buero.
Jetzt hoffe ich, dass Geo bald fertig ist, damit wir nach Hause koennen. Irgendwie arbeitet er am meisten und am laengsten von allen.

Hmm, nix ist, jetzt ists bald 12 Stunden her, dass ich was ordentliches gegessen habe, und 10 Stunden, seit wir ins Buero gekommen sind... Wenigstens ist mein John Grisham gut :)

Dienstag, 2. Dezember 2008

2. Dezember 2008: Haare geschnitten

Weiweiwei, war mir heute ein Tag! Nachdem mir Geo heute ueber die Projekte was erzaehlt hat, hab ich meine Mails gelesen, etwas rumaenisch gelernt und nach einer Weile wieder zu ihm gegangen. Er hat gerade einige interessante Dokumente ueber Fischotter gefunden, und zwar wird eine Korrelation zwischen Bibern und Fischottern vermutet: wie schon in einem frueheren Bloggeintrag erwaehnt, sind die Aktivitaeten der Biber gut fuer den Fischbestand, was wiederum die Nahrungsgrundlage fuer Fischotter darstellt. Natuerlich spielt die Wasserqualitaet auch eine wesentliche Rolle, ob Fischotter vorkommen oder nicht. In England gibts viele PCB- Anreicherung im Gewaesser, und da unterhalb der von Bibern gebauten Daemmen weniger Wasser fliesst, ist die Konzentration der Schadstoffe dort viel hoeher.
Bis etwa 11 Uhr wartete ich auf Negus, mein zweiter Korrektor. Schliesslich kam Marius Scurtu, einer, der auch bei ICAS arbeitet und den ich glaub im 2005 kennen gelernt habe. Wir gingen zusammen Mittagessen einkaufen, und als wir zurück kamen, sah ich, dass Negus da war, denn meine Bachelorarbeit lag auf seinem Pult. Ich konnte natürlich nicht anders und musste mal rein gucken, wie viel er mir als falsch angestrichen hat. Da war fast nichts!! Ich konnte nur sehr wenig essen, dann kam er und wir besprachen die Bachelorarbeit. Schliesslich musste er noch so ein Blatt ausfüllen. Er bat mich, dies für ihn zu tun. Jedenfalls habe ich jetzt von ihm eine 6 bekommen, genial, nicht?!?!!!! Ich bin ja soooo glücklich. Er hat gesehen, dass die Schweizerskala zwischen 1 und 6 ist, und auf einem Blatt waren nur die vollen Zahlen aufgeführt, also 1, 2, 3, 4, 5 und 6. Er fragte, ob ich eine 5 oder eine 6 will, ich sagte, es gebe auch eine 5.5. Ach so, dann eben eine 5.5 oder eine 6. Ich sagte, das müsse er entscheiden. Er meinte dann, eine 6 sei so wie in Rumänien eine 10, und das sei schon sehr hoch. Also eine 5.5. Ich fragte, was denn nicht gut sei. Da er darauf nichts wusste, sagte er, ok, dann gibts ne 6. Cool, nicht?!?! Und wenn mir Robin jetzt eine 5 gibt (darunter werde ich bestimmt nicht sein), müssen sie zusammen verhandeln und sich wahrscheinlich auf eine 5.5 einigen. Gibt mir Robin eine 5.5, wirds auf eine 6 aufgerundet... wow!
Nun gut, das Korrigieren der Arbeit ging den ganzen Nachmittag. Danach fragte mich Ramon, ob ich eine günstige Unterkunft in der Schweiz wisse, und ich recherchierte im Internet. Hatte langsam hunger, was ich auch Geo wissen liess, der mir dann von irgendwoher Brot besorgte. Irgendwann gegen 8 (nach 12 Stunden Büro) fuhren wir nach Hause und assen dort Suppe, Hauptgang und Dessert. Danach fragte ich Andreea, ob sie mir die Haare schneiden will, was sie auch tat. Hihi, dürft dann nicht verschrecken, wenn ich nach Hause komme ;)
Das wars dann für den Moment. Man hört sich, bzw. ihr hört von mir ;)


Ich mit noch langen Haaren...



und mit kurzen Haaren (kurz?!?)